Zwei weltweit anlegende Fonds zeigen dir, was ein Prozentpunkt Kosten über fünf Jahre wirklich bedeutet.
5,75 % Einstiegskosten. Bei der Alternative: null.
So ein Unterschied fällt nicht auf, wenn du nur einen Vertrag kennst. Er fällt auf, sobald du zwei vergleichbare Fonds nebeneinanderlegst. Genau das machen wir jetzt: einen aktiv gemanagten, weltweit anlegenden Aktienfonds gegen einen ETF mit demselben Anlagefokus. Beide Risikoklasse 4 von 7. Beide mit aktuellen, offiziellen Basisinformationsblättern. Die genauen Fondsdaten findest du im Anhang am Ende dieses Artikels.
Vor neun Jahren hatte ich die totale Bruchlandung bei meinem damaligen Finanzdienstleister. Alle Verträge nach 12 Jahren im Minus, eine Prognose von 0,25 % Gesamtrendite. Beim Widerruf bekam ich schwarz auf weiß bestätigt: 30 % meiner Einzahlungen waren in Kosten geflossen. Seitdem lese ich mir jedes Basisinformationsblatt zu Ende durch.
Hier die Zahlen aus dem aktuellen Vergleich. Einstiegskosten: 5,75 % beim aktiven Fonds, 0 % beim ETF.
Laufende Kosten pro Jahr: 1,81 % beim aktiven Fonds, 0,17 % beim ETF.
Die wichtigste Zahl steht weiter unten im Dokument, im Abschnitt „Kosten im Zeitverlauf“. Dort rechnet der Anbieter selbst aus, wie stark die Kosten deine jährliche Rendite über fünf Jahre senken. Beim aktiven Fonds: 3,0 % pro Jahr. Beim ETF: 0,2 % pro Jahr. Das Fünfzehnfache, für dieselbe Anlageklasse.
Diese Zahlen gelten für den Fonds allein. Steckt derselbe Fonds in einer Rentenversicherung oder einem Riester-Vertrag, kommen die Abschluss- und Verwaltungskosten des Versicherers obendrauf. Bei einer Bank oder einem Vermögensverwalter ist es ähnlich: Dort kommen oft eine Depotgebühr, eine Vermögensverwaltungsgebühr und teilweise eine Performancegebühr auf den Gewinn zusätzlich zu den Fondskosten dazu. Die Fondskosten sind nur die erste Kostenschicht, egal über welchen Anbieter du investierst.
Was heißt aktiv gegen passiv eigentlich, ganz praktisch? Ein ETF bildet einen Index nach. Er kauft die Unternehmen, die im Index stecken, in etwa nach Gewichtung. Niemand wählt aus, niemand versucht, den Markt zu schlagen, und genau das hält die Kosten niedrig. Ein aktiv gemanagter Fonds funktioniert anders: Ein Fondsmanager oder ein Team sucht gezielt einzelne Unternehmen aus, mit dem Ziel, besser abzuschneiden als der breite Markt. Dafür zahlst du die höheren Kosten.
Ob sich das lohnt, zeigt sich erst im Nachhinein. Beim aktiven Fonds lautet die Antwort aus den Kalenderjahren 2021 bis 2025: Über fünf Jahre lag er bei rund 7,4 % Rendite pro Jahr. Ein ETF auf den FTSE All-World Index kam im selben Zeitraum auf rund 11,2 % pro Jahr. Trotz der höheren Kosten für aktives Management bleibt der Fonds spürbar hinter seiner eigenen Benchmark zurück. Auf 10.000 Euro gerechnet: Nach fünf Jahren stehen beim aktiven Fonds rund 14.300 Euro, beim FTSE-All-World-ETF rund 17.000 Euro. Ein Unterschied von etwa 2.700 Euro, nur für diesen Zeitraum.
Nicht jeder, aber die meisten aktiven Fonds schneiden so ab. Du kannst dein eigenes Investment nachprüfen. Die Zahlen stehen im gesetzlich vorgeschriebenen Basisinformationsblatt und basieren auf Fakten.
Willst du wissen, was in deinen eigenen Fonds steckt und was das für deinen Vermögensaufbau bedeutet? Buche dein kostenloses Kennenlerngespräch.
Imke Heggelmann – unabhängige Finanzcoach auf Honorarbasis, IHK-geprüft. Impressum
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Anhang: Fondsdaten für die eigene Nachprüfung
Aktiver Fonds: Templeton Growth (Euro) Fund A (acc) EUR, ISIN LU0114760746, WKN 941034
ETF: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc), ISIN IE00BK5BQT80, WKN A2PKXG
Quelle der Zahlen: Kosten aus den Basisinformationsblättern (PRIIPs-KID) beider Fonds, Stand Februar 2026. Renditezahlen aus dem jeweiligen offiziellen BIB-Anhang „Wertentwicklung in der Vergangenheit“ (Templeton Growth: Stand 19.02.2026; Vanguard FTSE All-World: Stand 17.02.2026), Kalenderjahre 2021–2025.